Mittwoch, 30. September 2009

Dienstag, 29. September 2009

Der falsche Weg

Letzten Samstag demonstrierten etwa 1000 Abtreibungsgegner in Berlin unter dem Motto "Marsch für das Leben". Bereits während der Demonstration kam es zu Rüpeleien mit Gegendemonstranten. Darüber kann man denken wie man will, doch was dann im anschließenden Gottesdienst geschah, kann ich nur verurteilen.
Während eines Gottesdienstes im Anschluss an eine Kundgebung gegen Abtreibungen in Berlin-Mitte sind am Samstag Teilnehmer mit rohen Eiern beworfen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde eine Gegendemonstrantin in der St.-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz festgenommen.

Quelle: tagesspiegel.de, jesus.de, Atheist Media Blog
Diese übermotivierte Demonstrantin hat das grundgesetzlich verbürgte Recht auf freie Religionsausübung der Gottesdienst-Teilnehmer verletzt und gehört daher angemessen bestraft. Punkt.

Die innere Logik des Glaubens



Quelle: atheistcartoons.com

Sonntag, 27. September 2009

Strafe Gottes



Um dieses Zitat in seiner ganzen Abscheulichkeit erfassen zu können, muss man sich ein wenig mit der Geschichte beschäftigen. Kurz gesagt: David schwängert die Ehefrau von Uria, stellt sicher, dass Uria in der nächsten Schlacht stirbt und Gott betraft darauf hin David für seine Sünden, in dem er dessen Sohn (!) tötet. Etwas länger gesagt...

Die Geschichte dreht sich um ein kleines, sündhaftes Abenteuer des Königs David, Gottes Liebling und derjenige der Goliath mit einer Steinschleuder erschlug (1. Samuel 17:49) oder auch nicht (2. Samuel 21:19). Während dieser sein Heer gegen die Ammoniter ausziehen lässt, um diesen ein für alle Mal zu zeigen, wo der Hammer hängt, gönnt sich König D ein wenig Erholung in Jerusalem.

Eines Abends geht er auf den Dächern seines Hauses spazieren und entdeckte die schöne Bathseba bei der Körperpflege. In wilder Wolllust entbrannt, erkundigte sich König D nach der Schönen, erfuhr ihren Namen und den kleinen Umstand, dass Bathseba verheiratet war. Aber natürlich lässt sich so ein König und Liebling Gottes von einem kleinen Gebot, dass wohl irgendwas mit Begehren und des Nächsten Weibes zu tun haben soll, nicht aufhalten. Er ließ die Angehimmelte zu sich bringen und "lag bei ihr."

Und weil das Kondom noch nicht erfunden war, kam es wie es kommen musste. Bathseba wurde schwanger. Doch König D, der alte Stratege, wusste sich zu helfen. Er befahl, dass der Ehemann von Bathseba, der oben im Zitat erwähnte Uria, in der ersten Reihe kämpfen und sich das Rest des Heeres dann hinter Urias Rücken zurückziehen sollte. König Ds Plan ging natürlich auf und Uria starb auf dem Schlachtfeld.

Aber irgendwie muss Gott Wind von dieser Sache bekommen haben und war - wie wir Briten sagen - not amused. Über seinen Stellvertreter Nathan, ließ der liebe und gerechte Gott dann also folgendes ausrichten.
Siehe, ich will aus deinem eigenen Hause Unglück über dich erwecken und will deine Weiber vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, daß er an der hellen Sonne bei deinen Weibern schlafe! Denn du hast es heimlich getan, ich aber will solches vor ganz Israel und vor der Sonne tun! [...]

So hat auch der HERR deine Sünde hinweggenommen; du sollst nicht sterben! Doch weil du den Feinden des HERRN durch diese Geschichte Anlaß zur Lästerung gegeben hast, so wird auch der Sohn, der dir geboren ist, gewißlich sterben!

Quelle: 2. Samuel 12, 11-14
Tja. und der kleine Racker, der nun wirklich nichts dafür konnte, stirbt sieben Tage später. Klingt komisch, ist aber so.

Samstag, 26. September 2009

Vertraue Deinem Gehirn nicht

Welches der beiden, mit A und B bezeichneten Quadrate ist heller?


Sollte der geneigte Leser diese optische Täuschung nicht kennen, so wird die Antwort fast sicher falsch sein. Die beiden Quadraten sind nämlich gleich hell und hier ist der Beweis:


Als ich diese Illusion zum ersten Mal gesehen habe, konnte ich es auch nicht glauben und vermutete dahinter irgend einen Trick. Deswegen kann ich nur jedem raten, das obere Bild herunterzuladen und sich mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms selbst davon zu überzeugen, dass die Quadrate in der Tat gleich hell sind.

Nachdem man das getan hat, sollte man sich den Spaß gönnen und nochmal das erste Bild betrachten und versuchen, die beiden Quadrate als gleich hell wahrzunehmen. Das wird nicht funktionieren. Das heißt also, dass, selbst wenn wir wissen, dass uns unser Gehirn etwas falsches vorgibt, wir keinerlei bewussten Einfluss auf die Interpretation des Wahrgenommenen haben. Wir sind dieser hilflos ausgeliefert und können nur eines machen: Unseren eigenen Sinne zu misstrauen.

Das Fazit dieser ersten Lockerungsübung zum Thema unbewusste Interpretation der Umwelt ist das folgende. Die Interpretation der Welt, wie sie uns unser Gehirn vorgibt, kann falsch sein und wir haben keinerlei Möglichkeiten bewusst in diese Interpretation einzugreifen.

Freitag, 25. September 2009

Donnerstag, 24. September 2009

Logische Fehlschlüsse (4) - Argument der unerwünschten Konsequenz

Beschreibung: Eine These wird abgelehnt, weil sich aus dieser eine unerwünschte Konsequenz ergibt.

Logische Struktur: Wenn A dann B und B darf nicht sein.

Beispiel: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles sinnlos." oder "Die Evolutionstheorie ist unfug, weil ich nicht mit einem Affen verwandt bin."

Bei dieser Form des logischen Fehlschlusses ist es wichtig zu bemerken, dass keinerlei Aussage über den Wahrheitsgehalt der Eingangsthese gemacht wird. Letztere wird nur deswegen abgelehnt, weil die Konsequenz nicht den eigenen Wunschvorstellungen entspricht.

Tatsächlich versucht das Argument der unerwünschten Konsequenz die Form der statthaften Beweistechnik reductio ad absurdum erfolglos nachzuäffen. Bei dieser wird eine Aussage widerlegt, in dem man diese auf einen logischen Widerspruch oder auf einen Widerspruch mit einer akzeptierten Tatsache zurückführt.

Mittwoch, 23. September 2009

Dienstag, 22. September 2009

Evolutionstheorie kurz erklärt

Um zu einem grundlegenden Verständnis der Evolutionstheorie zu gelangen, reichen meines Erachtens ein Fakt und drei Fragen, die jeder mit ein wenig nachdenken wird beantworten können.

Eine Taube zeugt in ihrem Leben im Mittel etwa fünf Nachkommen. Wieviele dieser Nachkommen werden  lange genug leben, um selbst Nachkommen zu zeugen? Sind die fünf Nachkommen identisch? Welche dieser Nachkommen hat die beste Chance lang genug zu überleben?

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gerade die Evolutionstheorie verstanden.



Tatsächlich braucht das Konzept der Evolution oder besser gesagt der natürlichen Selektion nur zwei, sehr einfache Zutaten. Diese wären:
  1. Variation der Eigenschaften. Das heißt nichts anderes, als dass die Nachkommen nicht identisch sind oder mal ganz einfach gesagt, dass ich nicht genau so aussehe wie mein Bruder.
  2. Endlichkeit der Ressourcen. Über einen längeren Zeitraum - also über mehrere Generationen - werden immer mehr Nachkommen gezeugt als durch die verfügbaren Ressourcen (Nahrung) versorgt werden können.
Aus der Variation der Eigenschaft und der Endlichkeit der verfügbaren Ressourcen ergibt sich zwingend, dass diejenigen Nachkommen überleben und sich fortpflanzen werden, die am besten für den Wettbewerb um die Ressourcen gerüstet sind. Schmeißt man nun noch eine Menge Zeit - sagen wir so drei milliarden Jahre -  in den Topf, so ist das grundlegende Rezept für die Evolutionstheorie perfekt.

Ich möchte allerdings anmerken, dass ich hier wirklich nur eine Einführung in die Grundlagen der Evolutionstheorie vorgestellt habe. In zukünftigen Beiträgen werde ich mich dann den spannenden Details der bestbelegtesten aller naturwissenschaftlichen Theorien widmen.

Montag, 21. September 2009

Leserbrief an die 20 Minuten

Wer das letzte Jahr nicht gerade unter einem Stein gelebt hat, wird zumindestens mal von der atheistischen Buskampagne gehört haben. Initiiert wurde diese 2008 in Großbritannien, wo man Busse mit der Aufschrift "There's propably no god. Now stop worrying and enjoy your life." verschönert hat. Die Kampagne hat schnell und weltweit Nachahmer gefunden - so auch die Freidenker-Vereinigung der Schweiz.

Doch ähnlich wie in Deutschland stießen die schweizer Freidenker auf Widerstand der öffentlichen Verkehrsbetriebe als man Werbeflächen auf Bussen mieten wollte. Plakate, wie dieses



waren den Verkehrsbetrieben zu brisant. Man wollte nicht riskieren die ganz furchtbar sensiblen und vor allen eingebildeten religiösen Gefühle zu verletzen. Deshalb haben sich die schweizer Freidenker nun entschieden, statt Werbung auf Bussen normale Werbeplakate zu schalten.

Genau so wie in anderen Ländern gab es auch in der Schweiz eine starke Resonanz in der Presse. So berichtete die 20 Minuten, eine der in der Schweiz allgegenwärtigen, kostenlosen Zeitungen, schon desöfteren über die Kampagne. Ein Bericht in der heutigen Ausgabe hat mich jedoch veranlasst, eine kurze Richtigstellung an die Redaktion zu schicken.



Sehr geehrter Redaktion der 20 Minuten,

als agnostischer Atheist, der sich für die Thematisierung religiöser Weltanschauungen einsetzt, freue ich mich über ihren Bericht über die Werbekampagne der schweizer Freidenker.

Auf der Titelseite der heutigen Ausgabe (21.09.2009) machen sie jedoch mit der Überschrift "Atheisten kämpfen mit Plakaten gegen Gott" auf und damit einen wohlbekannten und deswegen vermeidbaren Fehler. Gegen Gott zu kämpfen ist aus atheistischer Sicht in etwa so sinnvoll wie gegen den Weihnachtsmann zu kämpfen. Als Atheist diskutiere ich weder gegen Gott noch gegen die Gläubigen, sondern gegen die im besten Fall überflüssigen und im schlimmsten Fall gefährlichen Glaubensideen.

Ich hoffe, dass diese Richtigstellung in Ihre zukünftige Berichterstattung einfließen wird.

Mit den besten Grüßen,

Mein Name in der Realität.



Hinweis: Den monierten Teil "Atheisten kämpfen mit Plakaten gegen Gott" wird man nicht in der verlinkten Onlineversion des Berichtes sondern nur in der Printausgabe finden. Einen entsprechenden Nachweis werde ich baldmöglichst nachliefern.

Der Kern der Transsubstantiation


Samstag, 19. September 2009

Lest mehr Bibel!

Freitag, 18. September 2009

Donnerstag, 17. September 2009

Gott, der fleissigste Abtreiber

Der Papst macht es. Mutter Teresa machte es. Und der unauffällige Christ von nebenan macht es auch. Gegen Abtreibung sein. Diese sollen ja die Tötung eines Menschen darstellen. Aber gut. Nehmen wir mal an, dass ein dritter Mensch im Raume ist, bevor auch nur die Zigarette danach angezündet wurde und überlegen ein wenig weiter.

Vielleicht ist ja einigermaßen bekannt, dass eine befruchtete Eizelle nicht unbedingt ein geborenes Kind nach sich ziehen muss. Der Weg vom Embrion zum Schreihals ist ein steiniger und so bleiben auch ohne menschliches Eingreifen einige auf der Strecke liegen. Tatsächlich kommt es häufig zu Spontanaborte, bei denen das Embrio vom Körper der Frau abgestoßen wird. Meisten verlaufen Spontanaborte subklinisch, d.h. dass der Abort nicht bemerkt wird, weil er sich zum Beispiel bloß in einer Unregelmäßigkeit der Regelblutung äußert.

Was aber vermutlich weniger bekannt sein dürfte, ist wie oft das vorkommt. Nach den absolut konservativsten Schätzungen, die ich in den Fachblättern gefunden habe, werden 11% der Embrionen spontan abgetrieben. Dabei hängt das Risiko für einen Spontanabort stark vom Alter der Frau und von ihrer individuellen Fruchtbarkeit ab und reicht von 11% bis zu 59% (siehe den Einzelquellennachweis am Ende dieses Beitrages).

Nun kommen jährlich 136 Millonen Kinder auf die Welt. Das sind die 89% der Embrionen, die es geschafft haben. Mit der Macht der Mathematik lässt sich nun errechnen, dass insgesamt etwa 153 Millionen Embrionen gezeugt werden und von diesen werden 17 Millionen auf natürliche Weise vom Körper der meist unwissenden Mütter abgetrieben. 17 Millionen pro Jahr!

Und wer hat nach gängigem monotheistischen Verständnis den Menschen erschaffen? Wer hat in all seiner Allwissenheit den Menschen mit dieser Eigenschaft ausgestattet? Wer ist also verantwortlich für alle diese getöteten Kinder? Wer ist der fleissigste Abtreiber?

Aber ich kann ja die Christen praktisch schon hören. "Das ist für mich ein Zeichen der gefallenen Schöpfung", "Wir dürfen Gott nicht mit der menschlichen Moral bewerten", "Gott wird es am Besten wissen", "Dank meines Glaubens brauch ich nicht mehr selbstständig zu denken und ich find das klasse."



25% Spontanaborte wurden gefunden in
New England Journal of Medicine, 340 (1999): 1796–1799.
http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/340/23/1796

32% Spontanaborte wurden gefunden in
Fertility and sterility, 79 (2003): 577-584.
http://www.fertstert.org/article/S0015-0282(02)04694-0/abstract

Je nach Alter 22% bis 59% Spontanaborte wurden gefunden in
Fertility and sterility, 91 (2009): 106-109.
http://www.fertstert.org/article/S0015-0282(07)03974-X/abstract

11% bis 27% Spontanaborte wurden gefunden in
Hum Reprod., 11 (1996): 406-412.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8671233

Mittwoch, 16. September 2009

Dienstag, 15. September 2009

Logische Fehlschlüsse (3) - Zirkelschluss

Beschreibung: Eine Aussage wird mit einer anderen bewiesen, wobei letztere mit der ursprünglichen Aussage begründet wird.

Logische Struktur: Aus A folgt B und aus B folgt A.

Beispiel: "Ich glaube an Gott, weil er in der Bibel beschrieben wird und ich glaube der Bibel, weil in dieser Gott beschrieben wird."

Letztendlich wird das zu Beweisende vorausgesetzt, so dass der Zirkelschluss eigentlich ein Spezialfall einer Tautologie (wenn A dann A) darstellt. Trotzdem kann ein Zirkelschluss sehr schwer zu entdecken sein - gerade wenn dieser über viele Stufen gebildet wird. Aber genau deswegen erfreut sich der Zirkelschluss auch größter Beliebtheit unter den Gläubigen.

Montag, 14. September 2009

Gottes Wort verbreiten

Wie bereits erwähnt unterstützt dieser Blog die Agentur C in Ihrer aktuellen Kampagne, Gottes Wort in der Gesellschaft wieder bekannter zu machen. Hier unser neuerster Beitrag.

Sonntag, 13. September 2009

Beten vs. Schweinegrippe

Hilft beten oder hilft beten nicht? Diese Frage wird wohl schon seit Urzeiten kontrovers diskutiert. Bisher konnten Skeptiker auf natürliche oder statistische Phänomene verweisen und so die Argumente der Gläubigen entkräften. Doch nun hat sich der Kardinal von Neapel, Crescenzio Sepe, entschlossen, die Frage ein für alle mal zu klären.

Sepe hat sich bereit erklärt, mehrere tausend Mitglieder seiner Gemeinde und wallfahrtende Pilger für den bisher wohl größten Test zur Effektivität des Gebetes als Probanden zur Verfügung zu stellen. Am kommenden Freitag werden die Schäflein dem Blutwunder von Neapel beiwohnen. Dabei handelt es sich um eine kleine Ampulle, in der sich das getrocknete Blut von Januarius, Patron Neapels, befinden soll. Dreimal im Jahr wird diese Ampulle geschüttelt und Kraft der mysteriösen Chemie verflüssigt sich das "Blut" - ein gutes Omen. Daraufhin wird die Ampulle von Gläubigen zu Gläubigen weitergereicht und von jedem berührt oder geküsst.

Im Jahr der Schweinegrippe gab es natürlich völlig zu Recht die Sorge, dass der Virus mit den Gläubigen ein besonders leichtes Spiel haben wird. Aber, so berichtet die Nachrichtenagentur ap,
[Sepe] habe mit Ärzten und Wissenschaftlern über die möglichen Gefahren gesprochen [...]. Er glaube an «die Macht des Gebets und den Schutz» des Heiligen.

Quelle: ap
Sepe ist also trotz der gesundheitlichen Bedenken wild entschlossen den Test durchzuführen und setzt all sein Hoffnungen auf die Macht des Betens und des seit 1700 Jahren toten Schutzpatrons.

Nehmen wir mal an, dass 10.000 Gläubige an diesem Wunder elementarer chemischer Prozesse teilnehmen und die Ampulle küssen werden. Gehen wir weiter davon aus, dass die Infektionsrate bei mageren 10% liegt, so werden etwa 1000 Gläubige an Schweinegrippe erkranken. Nun stirbt etwa eine von tausend infizierten Personen, und so können wir erwarten, dass ein Gläubiger durch den Kuss sterben wird.

Wir können Sepe für die Entscheidung trotz dieses Risikos mit dem Test fortzufahren nur gratulieren. Das Leben eines Menschen ist sicherlich weniger wert als die Gewissheit, dass Beten und Schutzheilige nicht funktionieren. Leider ist nicht bekannt, ob Sepe selbst -vorzugsweise als letzter Küsser- an diesem Experiment teilnehmen wird.

Samstag, 12. September 2009

Für nichts zu schade
















Quelle

Donnerstag, 10. September 2009

Das Recht des Stärkeren

Eine der wirklich wenigen Eigenarten des Glaubens, die mich tatsächlich dazu veranlassen, in Verachtung auf den Gläubigen herabzuschauen, ist die rückgratlose, sich selbst entwürdigende und nicht zu rechtfertigende Milde der Gläubigen zu ihrem ach so großartigen Gott. Jede Handlung Gottes wird als gerecht und gerechtfertig akzeptiert, weil es eben Gott ist der handelt. Alles Gute und vorallem Schlechte auf dieser Welt wird als Teil des diffusen göttlichen Plans interpretiert und einfach deswegen akzeptiert, weil Gott eben Gott ist und er es als solcher besser weiß.

Wenn eine Millionen Tutsis innerhalb von 100 Tagen zerstückelt werden, dann greift Gott nicht ein, um ja nicht unseren freien Willen zu beeinträchtigen. Wenn Gott mit einer Tsunami  230.000 Menschenleben sinnlos vergeudet, dann geschieht das mit Sicherheit zu unserem Besten. Wenn Gott, der um Größenordnungen fleissigste Abtreibungsarzt, jedes Jahr abermillionen Föten abtreibt, dann gehört das zu seinem großem Plan. Hinterfragt werden darf das alles nicht, weil Gott eben Gott ist und es gilt immer noch das Recht des Stärkeren.

An was für einen mickrigen, moralisch und intellektuell beschränkten Gott glaubt Ihr eigentlich? Glaubt Ihr denn wirklich, dass sich Euer allmächtiger und allwissender Gott nicht in einer sachlichen Debatte für seine Taten rechtfertigen könnte?

Mittwoch, 9. September 2009

Dienstag, 8. September 2009

Logische Fehlschlüsse (2) - Strohmann-Argument

Beschreibung: Die Position der Gegenseite wird falsch dargestellt, um sie leichter angreifbar zu machen.

Logische Struktur: keine

Beispiel: Der Strohmann im Namen dieses Arguments resultiert aus einer Anlehnung an Strohpuppen im Fechtunterricht und soll den Kampf gegen einen wehrlosen Gegner versinnbildichen. Der Begriff ist eigentlich eine direkte Übersetzung des englischen straw man fallacy und hat den Weg in die deutschen Wörterbücher noch nicht gefunden.

Die falsche Darstellung der Position der Gegenseite erfolgt dabei entweder bewusst als rhetorisches Mittel oder unbewusst aus Ignoranz. So könnte die oft gelesene Phrase "Als Atheist glaubst Du also an gar nichts" darauf hindeuten, dass der Schreiber das wirklich glaubt oder dass er die atheistische Position bewusst falsch darstellt, um sie leichter ad absurdum führen zu können.

Montag, 7. September 2009

Chromosom 2

Während Menschen mit 23 Chromosomenpaaren auskommen, besitzt unser nächster Verwandter, nämlich der Bonobo oder Zwergschimpanse, 24 Chromosomenpaare. Wenn man davon ausgeht, dass wir mit den Bonobos gemeinsame Vorfahren haben und sich vergegenwärtigt, dass Chromosomenpaare in der evolutionären Entwicklung nicht dazu neigen verloren zu gehen, dann steht man vor einem Rätsel. Wohin ist das fehlende Chromosom verschwunden? Schaut man sich aber die Chromosomen des Menschen im Detail an, so wird nicht nur dieses Rätsel gelöst, sondern man findet auch den überzeugendsten Beleg für die gemeinsame Abstammung von Mensch und Affe.

Um das Ganze zu verstehen, muss man sich ein wenig mit dem Aufbau eines Chromosom beschäftigen. Ein typisches Chromosom ist rechts schematisch abgebildet und besteht aus drei Teilen. Das Centromer liegt in der Mitte des Chromosoms und verbindet die beiden Arme (Chromatiden genannt; nur ein Arm ist abgebildet). Es folgt der Abschnitt, der die Gene kodiert. Begrenzt wird ein Chromosom von den sogenannten Telomeren, die eine bedeutende Rolle im Alterungsprozess spielen.

Das Chromosom 2 des Menschen fällt allerdings aus diesem Schema und sieht so aus:


Offensichtlich sind hier zwei mittelgroße Urchromosomen zum Chromosom 2 verschmolzen. In der Genetik spricht man von einer Kopf-zu-Kopf Fusion. Vergleicht man die beiden Teilabschnitte mit Chromosomen des Bonobos, so findet man, dass die Teilabschnitte fast identisch sind mit zwei verschiedenen Chromosomen des Bonobos. Diese Chromosomen-Fusion gilt als stärkster Beleg für die gemeinsame Abstammung von Mensch und Affe.



Weitere Quellen

"The Collapse of Intelligent Design" von Ken Miller: youtube video (4:23)

Sonntag, 6. September 2009

Samstag, 5. September 2009

Schachmatt!


Eine ganz besondere Eigenschaft des Glaubens ist es, dass man manchmal nicht zwischen Ernstgemeintem und Ironie unterscheiden kann. So habe ich zum Beispiel dieses Video von Edward Current zweimal gucken müssen, um herauszufinden, wie das gemeint sein soll.

Freitag, 4. September 2009

Kostenlose Hilfestellung

Die wohl nur in der Schweiz bekannte Agentur C ist laut Selbstbeschreibung ein überkonfessioneller Verein von Christen, die sich für die Verbreitung von Gottes Wort einsetzen. Mit ihrer derzeitigen, großangelegten Kampagne, die so genannte "Sieben-Jahres-Vision", plakatiert die Agentur C die Schweiz in besten IKEA Farben mit handverlesenen Bibelsprüchen. Zum Beispiel so:


Die etwas hillos benannte "Sieben-Jahres-Version" ist offenbar aufgeteilt in drei Phasen (wir befinden uns gerade in Phase 2: "Gottes Liebe und Treue lehren") und soll ingesamt noch bis September 2012 laufen. Nach eigenen Angaben soll der ganze Spaß 563.000 Schweizer Franken (etwa 370.000 Euro) kosten - das wären dann wohl 563.00 Schweizer Franken, die nicht den hungrigen Kindern in Afrika zu Gute kommen werden. Aber wenn sich schon Gott nicht um das Leid auf dieser Welt schert, warum sollten es dann Christen tun?

Statt aber wie üblich einfach nur dekonstruierend rumzumeckern, möchte ich mich ganz ausdrücklich an dieser tollen Aktion beteiligen. So kann ich dem Ziel nur schreiend zustimmen. Die Bibel sollte wieder mehr gelesen werden - vorallen von Christen...

Allerdings scheint mir die Auswahl, der von der Agentur C bisher benutzten Bibelverse, ein verfälschendes Bild von der frohen Botschaft Gottes widerzugeben. Daher möchte ich untertänigst vorschlagen, in der Kampagne auch Bibelverse zu benutzen, die mir besonders am Herzen liegen. Ein Beispiel dafür wäre Jeremia 19:9 und hier ist mein Vorschlag für die Gestaltung des Plakates:


Es würde mich aufrichtig freuen, wenn dieser Entwurf in zukünftigen Werbeaktionen berücksichtigt werden könnte.

Mittwoch, 2. September 2009

Lebenswert

In der unüberlegten Gedankenwelt des Gläubigen ergibt das Leben hier auf Erden nur dann einen Sinn, wenn der große Bart am Himmel existiert. Genau deswegen lässt sich der Theist auch zu der Fragen hinreißen, warum denn der Atheist überhaupt noch lebe, weil dieser doch unterstelltermaßen im Leben überhaupt keinen Sinn sehe. Natürlich bemerkt er dabei nicht, dass er seinem Gegenüber gerade den Wert seiner Existenz abgesprochen und ihn deswegen zu tiefst beleigt hat.

Einerseits trennt der Gläubige hier nicht zwischen objektiven und subjektiven Sinn, weil für diesen letzterer  menschengemacht und deswegen beliebig ist. Anderseits übersieht er dabei, dass die Verhältnisse exakt umgekehrt sind. Das ergibt logisch zwingend, wenn man den Wert des diesseitigen Lebens mit dem des jenseitigen vergleicht.

Für den Gläubigen hat das diesseiteige Leben einen endlichen, dass Leben nach dem Tod einen unendlich Wert. Das heißt also, dass das diesseitige Leben im Vergleich zum jenseitigen unendlich wertlos ist.

Für den Atheisten, der nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, hat das diesseitigen Leben ebenfalls einen endlichen, dass Leben nach dem Tod aber gar keinen Wert. Im Verhältnis ist das diesseitige Leben für diesen also unendlich viel wertvollter als das jenseitige.

Die Frage, warum man noch keinen Selbstmord begangen hat, sollte also nicht an den Atheisten sondern an den Theisten gerichtet sein. Oh, wie bitte? Selbstmord ist Sünde? Nein, wie praktisch. Übrigens gibt es klinische Pilotstudien, die neue Medikamente an willigen Probanden testen. Das Resultat ist ja nicht sicher und der Menschheit einen Dienst leisten zu wollen, ist doch kein Selbstmord. Oder?

Dienstag, 1. September 2009

Mission gescheitert


Quelle: atheistcartoons.com